| Obwohl die Testresultate in Abbildung
6 und, insbesondere, in Abbildung 7 sehr ermutigend ausfallen, darf nicht vergessen
werden, dass das Spectro kein Universal-Testgerät ist, das jeden beliebigen
Akku prüfen kann. Es kann nicht mit einem Fotokopiergerät verglichen
werden, dass jedes Dokument und jeden flachen Gegenstand dupliziert, wenn man
auf einen Knopf drückt. Das Spectro benötigt eine akkuspezifische
Matrix als Bezug. Die Genauigkeit des Resultats hängt zum großen Teil
von der Qualität der Matrix ab. Die Matrizen werden im Testgerät gespeichert
und müssen zusammen mit Ah und/oder Kaltstartstrom gewählt werden. Gegenwärtig
erarbeiten wir erfolgreich generische Matrizen, die für die Messung von Kaltstartstrom
und Reservekapazität verwendet werden können.
Ein weiteres Problem
ist der Preis. Wegen der erhöhten Komplexität und Teileanzahl gegenüber
der Einzelfrequenz Messung mit wird das Spectro teurer. Wir stehen gegenwärtig
nicht im Wettbewerb mit anderen Prüfgeräten, sondern bieten jenen eine
Lösung, die eine bessere Technik benötigen, weil die bisherige Methode
für sie unzureichend ist. Zusammenfassung
Die Technik
ist zu einem Punkt vorgestoßen, an dem die nichtinvasive Bestimmung der
Akkuleistung ein allgemein akzeptierter Standard wird. Die volle Entladung des
Akku zum Zweck der Messung der Reservekapazität wird nicht länger notwendig
sein. Das wurde erst durch die verbesserte Datenverarbeitung bei der elektrochemischen
Impedanzspektroskopie mit mehreren Frequenzen (EIS) möglich. Die
Prüfung eines Akku mit Mehrfrequenz-EIS macht nicht nur die Schätzung
der Reservekapazität möglich, sondern verbessert auch die Bestimmung
des Kaltstartstroms. Statt der Sammlung von Messwerten, die nur die Fähigkeit,
Leistung zu liefern, simulieren, wie das bei der Messung der Wechselstrom-Leitfähigkeit
mit Einzelfrequenz der Fall ist, kann eine korrekt ausgeführte EIS den tatsächlichen
Kaltstartstrom feststellen.
Außerdem wird durch die bei der Mehrfrequenzmessung
anfallende enorm große Datenmenge auch die Schätzung des Ladezustands
verbessert. Die Einzelfrequenz-Leitfähigkeitsmethode, die heute im üblichen
Gebrauch is, wird im Servicebereich auch weiterhin eine wichtige Rolle bei der
Akkuprüfung spielen. Ernsthafte Akkubenutzer werden die Einführung fortschrittlicherer
Geräte jedoch mit offenen Armen begrüßen. Typische Anwendungsbereiche
der neuen EIS-Technik sind die Beurteilung von Garantieansprüchen in der
Autoindustrie, die Bestimmung der verbleibenden Lebensdauer von stationären
Akkus und die Überprüfung der Reservekapazität von Akkus in Verteidigungsanwendungen.
Weiterhin wird die EIS bei der Prüfung der Akkus von Rollstühlen, Golf-Carts,
Robotern, Booten und Gabelstaplern unverzichtbar sein, solange die entsprechende
Matrix zur Verfügung steht.
Über
den Autor Isidor
Buchmann ist Gründer und Geschäftsführer der in Vancouver / Kanada
ansässigen Cadex Electronics Inc. Herr Buchmann ist in der Radiokommunikation
zu Hause und hat das Verhalten von wiederaufladbaren Akkus über zwei Jahrzehnte
hinweg anhand praktischer Anwendungen studiert. Als preisgekrönter Autor
vieler Bücher und Artikel über die Wartung von Akkus hat Herr Buchmann
auf Seminaren und Konferenzen auf der ganzen Welt technische Vorträge gehalten.
Cadex Electronics ist Hersteller von modernen Akkuladern und Akku-Analysegeräten
sowie von PC-Software. Produktinformationen finden Sie im Internet unter www.cadex.com.
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