| Abbildung 3 zeigt einen Akku mit guter Reservekapazität aber niedrigem
Kaltstartstrom. Dieser Akku dreht den Anlasser nicht gut durch und muss ersetzt
werden, obwohl er für geringere Lasten noch verwendet werden könnte.
 | Abbildung
3: Akku mit niedrigem Kaltstartstrom, aber hoher Reservekapazität. Der
niedrige Kaltstartstrom dreht den Anlasser trotz hoher Reservekapazität nicht
gut durch. |
Wegen des steigenden Bedarfs an Strom
im Fahrzeug für andere Zwecke als das Anlassen, ist die Bestimmung der Energiereserve
wichtiger als die des Kaltstartstroms. Man sagt auch: "Starten ist einfach
, aber kann ich auch steuern und bremsen?" Die Prüfgeräte
von heute müssen diesem neuen Erfordernis angepasst werden und die Messung
der Reservekapazität einschließen. Die europäischen Autohersteller
legen großen Wert auf die Reservekapazität, während in Nordamerika
der Kaltstartstrom immer noch der Standard bei der Bestimmung der Batterieleistung
ist. Die meisten modernen Akkuprüfgeräte können zusätzlich
noch den Ladezustand bestimmen.
Das Bestimmen der Reservekapazität
ist schwieriger als das Bestimmen des Kaltstartstroms. Es sind viele Methoden
ausprobiert worden, einschließlich Mehrfrequenz-Leitfähigkeit, aber
die meisten waren nicht erfolgreich. Einer der Gründe ist die große
Menge Daten, die bei der Akkuprüfung mit mehreren Frequenzen verarbeitet
werden muss. Die Datensammlung ist einfach; aber ihre praktische Nutzung ist das
Problem.
Der Mangel an schnellen Mikroprozessoren und Probleme bei der
Datenverarbeitung standen der Entwicklung fortschrittlicher Akkutester im Weg.
Deswegen kam es in den vergangenen 12 Jahre kaum zu Verbesserungen auf diesem
Gebiet. Das könnte sich jedoch bald ändern.
Cadex Electronics
hat eine Methode erfunden, die die großen Datenmengen verarbeiten kann,
welche bei der mit mehreren Frequenzen durchgeführten elektrochemischen Impedanzspektroskopie
(EIS) anfallen. Dieses System mit Namen Spectro benutzt 24 Erregerfrequenzen
zwischen 20 und 2000 Hertz. Das Signal wird auf 10 mV geregelt, sodass es innerhalb
der Temperaturspannung der Bleisäure bleibt. So ist bei kleinen und großen
Akkus eine stabile Messung möglich. Die Prüfung dauert 20 Sekunden,
in welcher Zeit etwa 40 Mio. Transaktionen ausgeführt werden.
Normalerweise
wird für die EIS ein spezielles Gerät und ein Computer zur Analyse der
aufgenommenen Daten benötigt. Um die Analyse mit Handgerät zu ermöglichen,
wird eine sehr schnelle Datenverarbeitung (digital signal processing) eingesetzt.
Für das Spectro ist ein Patent gemäß US-Patentanmeldung
20030204328 (Jörn Tinnemeyer) anhängig.
Das Spectro wurde
hauptsächlich an 12-V-Blei-Säure-Autoakkus demonstriert. Die Vielzahl
der zur Verfügung stehenden Autoakkus bietet eine ausgezeichnete Plattform
zur Überprüfung der Technik. Diese Technik kann jedoch auch bei Nickel-
und Lithium-Akkus angewendet werden.
Ausgehend von der Erfindung hat Cadex
einen Handtester für die industrielle Benutzung entwickelt. Das erste Modell
(Cadex CA-12) dient der Prüfung von Autoakkus. Der externe Feldversuch für
das Gerät beginnt im Sommer 2004. Ein etwas größeres Gerät
(Cadex CS-12) für stationäre Akkus befindet sich in der Entwicklung,
die 2005 abgeschlossen sein wird.
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