Starten ist einfach
, doch
kann ich auch steuern und bremsen? Ein
Blick auf die neue Technik der Schätzung der Reservekapazität von AkkusIsidor
Buchmann Cadex Electronics Inc. isidor.buchmann@cadex.com www.buchmann.ca
Februar 2004 1992 wurde die Messung der
Wechselstrom-Leitfähigkeit (AC conductance) zur Bestimmung des Kaltstartstroms
eines Fahrzeugakkus eingeführt. Dies ist eine als Durchbruch gefeierte nichtinvasive
Methode, die eine Vollentladung zur Bestimmung des Akkuzustands zum großen
Teil unnötig macht. Der Test dauert nur Sekunden, die Messergebnisse werden
digital angezeigt, und der Akkuzustand wird wörtlich dargestellt. An den
Akkupolen können keine Funken auftreten, und das Messinstrument erwärmt
sich nicht.
Doch die Bestimmung der Wechselstrom-Leitfähigkeit mit
nur einer Frequenz hat ihre Grenzen. So wird der Kaltstartstrom (CCA) nicht gemäß
SAE-Standard gemessen, sondern die Fähigkeit des Akkus zur Leistungsabgabe
geschätzt. Dieser Bezugswert der Leistung hängt jedoch vom Ladezustand
und anderen Akkuzuständen ab. Es kommt vor, dass ein guter Akku die Prüfung
nicht besteht und umgekehrt. Der größte Nachteil ist jedoch, dass die
Reservekapazität (Reserve Capacity) nicht gemessen wird. Dennoch ist die
Bestimmung der Wechselstrom-Leitfähigkeit als Methode der Schätzung
der Lebensdauer eines Akkus allgemein anerkannt.
Was nun ist der Unterschied
zwischen Kaltstartstrom und Reservekapazität? Ein hoher Kaltstartstrom garantiert
gute Leitfähigkeit des Akku und damit gute Leistung beim Anlassen. Ein hoher
Kaltstartstrom ist nur durch einen niedrigen Innenwiderstand des Akku möglich.
In Abbildung 1 wird ein hoher Kaltstartstrom durch einen großen, offenen
Hahn dargestellt, der einen ungehinderten Stromfluss ermöglicht.
 | Abbildung
1: Akku mit hohem Kaltstartstrom und 100% Reservekapazität. Ein Akku
mit hohem Kaltstartstrom gleicht einem großen, offenen Hahn, der ungehinderten
Fluss ermöglicht. |
Die
Reservekapazität ist die Energiemenge, die der Akku speichern kann. Ein neuer
Akku hat eine Kapazität von 100%. Mit dem Alter des Akkus sinkt die Reservekapazität,
bis er bei einer Reservekapazität von unter 70% ersetzt werden muss. Die
Reservekapazität bezieht sich stets auf einen voll geladenen Akku; der Ladezustand
sollte auf die Messung der Reservekapazität keinen Einfluss haben.
Bei
einem Akku kann die Messung des Kaltstartstroms einen hohen Wert ergeben, und
das Fahrzeug startet gut, obwohl die Reservekapazität niedrig ist. Der Akku
wird jedoch in kürzester Zeit leer sein, wenn weiterhin Strom gezogen wird.
In Abbildung 2 wird solch ein Akku dargestellt. Eine Kristallisierung der Zellen,
die mit dem Altern des Akku eintritt, ist permanent und kann nicht rückgängig
gemacht werden.
 | Abbildung
2: Akku mit hohem Kaltstartstrom, aber niedriger Reservekapazität. Der
Akku dreht den Anlasser gut durch, wird jedoch schnell leer, wenn weiterhin Strom
gezogen wird. |
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