Akkus altern
Als Teil der laufenden Forschungsprogramme,
um die an besten geeigneten Akkus für portable Geräte zu finden,
führte Cadex zyklische Dauertest mit Nickel Cadmium (NiCd),
Nickel Metall Hydride (NiMH) und Lithium Ion (Li-Ion) Systemen
durch. Die Tests wurden mit dem Cadex C7000 Akku-Analyser
durchgeführt. Das Gerät mißt das Speichervermögen (Kapazität), den Innenwiderstand (Impedanz) und die Selbstentladung
bei wiederholter (zyklischer) vollständiger Entladung und
anschließender Wiederaufladung. Die Testwerte (programmierte
Parameter) richten sich nach den aktuellen Vorgaben des Akku-Herstellers.
Zunächst gilt es, die Akkus ganz aufzuladen,
um sie anschließend bis zur Entladespannung ganz zu entladen.
Der Innenwiderstand (Ri) läßt sich mit Hilfe der von Cadex
entwickelten Ohm-Test Methode ermitteln. Nach einer 48-stündigen
Ruhezeit wird die Selbstentladung periodisch durch Ablesen
des eingetretenen Kapazitätsverlustes festgestellt.
Es wurde beobachtet, daß der NiMH Akku sich
nicht sehr schnell aufladen lässt. Weiter war die Fähigkeit,
hohe Ströme abzugeben, reduziert und
die Lebensdauer war verkürzt. Dazu erhöhte sich der Innenwiderstand
vom NiMH Akku mit der Anzahl der Lade/Entlade-Zyklen.
In Bezug auf die Zyklen kann die Standard NiCd-Zelle
am meisten aushalten. In Bild 2 werden die Kapazität, den
Innenwiderstand und die Selbstentladung von einem NiCd-Akku
(7,2V, 900mA) mit Standard-Zellen geprüft. Der Test umfaßt
2200 Zyklen. Während der Test-Dauer wird die Spannung gleichbleibend
oberhalb 100% gehalten und fällt dann nach etwa 2000 Zyklen
leicht darunter. Der Innenwiderstand flacht bei 75 mW ab. Die Selbstentladung erhöht sich ab 2000 Zyklen, bleibt jedoch in
einem akzeptablen Bereich. Dieser Akku erhielt den Einstufungsgrad
A für eine nahezu perfekte Leistung.
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Bild 2:
Kapazität, Impedanz und Selbstentladung
eines 7.2V, 900mA NiCd Akkus mit Standard Zellen |
Der hochverdichtete NiCd-Akku hat eine wesentliche
höhere Energiedichte als die Standard Version, fällt aber
weniger günstig aus nach langem Gebrauch. Bild 3 zeigt einen
stetigen Leistungsabfall von ursprünglich 100% auf 70% bei
2000 Zyklen. Gleichzeitig steigt der Innenwiderstand von 200
auf 255 mΩ und die Selbstentladung
erhöht sich nach 1000 Zyklen. Dies bewirkt verkürzte Standzeiten,
da ein Teil der Energie laufend im Akku verpufft, selbst wenn
er sich nicht im Gebrauch befindet.
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Bild 3:
Kapazität, Impedanz und Selbstentladung
eines 6V, 700mA NiCd Akkus mit Hochleistungszellen |
In Bild 4 wird der NiMH-Akku getestet. In Sachen
Kapazität übertrifft er den NiCd-Akku bei etwa 40%, jedoch
ist der Innenwiderstand höher und nach 300 Zyklen fällt die
Kapazität schnell ab. Man kann den raschen Anstieg des Innenwiderstandes
und eine Selbstentladung nach 700 Zyklen beobachten. Der NiMH-Akku
schafft nicht mehr als 400 Zyklen.
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Bild 4:
Kapazität, Impedanz und Selbstentladung
eines 6V, 950mA NiMH Akkus. Die Impedanz-messungen wurde
bis Zykluszahl 700 unterlassen. |
Der Li-Ion-Akku bietet Vorzüge, die weder NiCd
noch NiMH erreichen. Bild 5 veranschaulicht die Kapazität
und den Innenwiderstand eines typischen Li-Ion-Akkus. Beim
Überschreiten von 1000 Zyklen läßt sich ein leichter und vorhersehbarer
Leistungsabfall beobachten und der Innenwiderstand steigt
nur leicht von etwa 400 auf 450mW an.
Wegen den geringen Werten wird die Messung der Selbstentladung
bei diesem Versuch unterlassen.
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Bild
5:
Kapazität und Impedanz eines
3.6V, 500mA Li-Ion Akkus |
Obgleich das Li-Ion-Diagramm im Vergleich mit
dem NiMH-Diagramm gut ausfällt, ist der Innenwiderstand relativ
hoch. Und das, obwohl es sich um eine Einzelzelle handelt.
Für Mobiltelefone stellt der pulsierende Stromfluß eine grosse
Herausforderung dar. Um die benötigte Energie aus einer einzelnen
3.6-V-Li-Ion-Zelle zu erhalten, muß der doppelte Strom fliessen
wie in einem 7.2-Volt-Akku.
Der Li-Ion-Akku unterliegt der Alterung selbst
dann, wenn er nicht benutzt wird. Ein Leistungsverfall macht
sich ab einem Jahr bemerkbar. Nach zwei zu drei Jahren fällt
der Akku dann häufig aus. Es ist daher nicht zu empfehlen,
Li-Ion-Akkus über längere Zeit zu lagern.
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