Was begrenzt die Betriebszeit eines Akkus?
Isidor Buchmann
Cadex
Electronics Inc.
Isidor.buchmann@cadex.com
www.buchmann.ca
Edited May 2001
Steht die Betriebsdauer eines tragbaren Gerätes
direkt mit der Größe des Akkus und seiner Kapazität im Zusammenhang?
In den meisten Fällen kann dies mit ‘Ja’ beantwortet werden.
Bei digitalen Geräten allerdings verläuft die Betriebsdauer
nicht unbedingt linear mit der im Akku gespeicherter Energie.
In diesem Artikel untersuchen wir, warum die
vom Hersteller spezifizierte Betriebsdauer oftmals nicht erreicht
wird, besonders wenn der Akku einige Zeit lang im Gebrauch
war.
Fallende Kapazität
Das Speichervermögen (Kapazität) eines Akkus
nimmt allmählich durch Gebrauch, Alterung ¾ und bei einigen Chemietypen ¾ durch
Wartungsmangel, ab. Mit einer 100%igen Kapazität im Neuzustand,
muss der Akku bei verbleibenden 60% oder 70% ersetzt werden;
80% des Speichervermögens sind als typischer Grenzwert des
Garantiebereiches anzusehen.
Die in einem Akku gespeicherte Energie kann
in drei imaginäre Abschnitte eingeteilt werden, welche aus
verfügbarer Energie, der Leerzone, sowie
dem unbrauchbaren Bereich bestehen. Bild 1 illustriert
diese drei Sektionen.
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<-- LEERZONE
kann man auffüllen
<-- VERFÜGBARE ENERGIE
<-- UNBRAUCHBAR
kann keine Energie mehr speichern
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Bild 1: Die drei imaginären Abschnitte
eines Akkus bestehen aus
verfügbarer Energie, der Leerzone, und dem unbrauchbaren
Bereich. Durch Gebrauch und Alterung vergrössert sich
der unbrauchbare Bereich.
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In Nickel basierenden Akkus kann der unbrauchbare
Bereich aus kristallinen Formationen bestehen, der auch als
‘Memory’ bekannt ist. Der Kapazitätsverlust bei Li-Ion
Akkus entsteht durch Zelloxidation und Korrosion, der während
des Gebrauchs und durch Alterung entsteht. Der Leistungsabfall
in Blei-Säure-Akkus wird gewöhnlich durch die Sulfatierung
von Bleisulfat verursacht. Die Sulfatierung ist das Bilden
einer dünnen Ablagerung, die sich an den Zellplatinen bildet.
Bei geschlossenen Blei-Säure-Typen kommt Wasserverdunstung
hinzu.
Das Speichervermögen der auf Nickel basierenden
Akkus läßt sich oft durch zyklieren wiederherstellen. Auch
bekannt als ‘Exerzieren’ besteht ein Zyklus aus einer
oder mehreren Entladungen bis auf ein Volt pro Zelle mit anschließendem
Laden.
Es gibt Methoden, die effizienter sind, um
die Kapazität der Akkus zu verbessern
als das ‘Exerzieren’ allein. Nach einer Entladung bis auf
ein Volt pro Zelle (dem Grenzwert der als das endgültige Entladen
angenommen wird), wird der Akku langsam bei wesentlich reduziertem
Strom weiter bis nahezu Null Volt entleert. Bekannt als das
‘Rekonditionieren’, vermag diese Methode die kristallinen
Formationen abzubauen, verbessert die chemische Struktur der
Zellen und stellt Nickel basierte Akkus wieder her. Packs,
die sonst vernichtet würden, können öfters wieder auf ihr
beinahe volles Speichervermögen gebracht werden. Es sollte jedoch angemerkt werden, daß einige dieser
Akkus unter hoher Selbstentladung leiden, da die kristallinen
Formationen das Separatorenmaterial bereits beschädigt haben.
Dieses Problem tritt häufig bei älteren Akkus zu.
Der Cadex C7000 Akku-Analyser, wie im
Bild 2 gezeigt, wendet automatisch den Rekonditionierungszyklus
an, wenn die vom Anwender eingestellte Zielkapazität nicht
erreicht wird. Wenn nach dem Rekonditionieren die als Zielvorgabe
eingestellte Kapazität dennoch nicht
erreicht werden kann, ist es zu empfehlen, den Akku zu ersetzen.
Der Vorteil dieses Systems liegt in der verlängerten Lebensdauer
und der Sicherstellung, daß alle so gewarteten Akkus die minimal
erforderlichen Kapazitäten erfüllen.
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Bild 2: Cadex 7200
Der Cadex 7200 Akku-Analyser
wendet automatisch den ‘Rekonditionierungszyklus’ an,
wenn die vom Anwender eingestellte Zielleistung nicht
erreicht wird.
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Li-Ion Akkus können nicht durch Zyklieren regeneriert
werden. Der Kapazitätsverlust ist endgültig, da die Metalle,
die in den Zellen verwended werden, nur für einen bestimmten
Zeitraum wirksam sind.
Die Li-Ion Polymer-Akkus haben unzureichende Informationen betrefflich der zyklischen Lebensspanne.
Dieser Akku ist ähnlich wie der Li-Ion konstruiert, hat jedoch
den Hauptunterschied, daß die Elektrolyten gallertartig ist.
Solidifizierte Elektrolyte machen es möglich, den Aufbau der
Zellen zu vereinfachen. Geringere Abmessungen und weniger
Gewicht sind andere gewinnende Aspekte dieses vielversprechenden
neuen Akkusystems.
Der Blei-Säure-Akku sulfatiert, wenn er im
entladenen Zustand gelagert wird oder wenn sich die Zellenspannung
reduziert. Eine Restauration ist schwierig, oder unmöglich,
besonders wenn sich der Akku über lange Zeit in einem solchen
destabilisierenden Zustand befindet. Bei der Lagerung sollte
eine Nachladung entweder alle sechs Monate erfolgen oder sobald
die offene Zellspannung unter 2.10 Volt absinkt.
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