Laden des Li-Ion Akkus
Der Li-Ion Charger ist spannungsbegrenzend.
In dieser Hinsicht ist der Li-Ion Lader ähnlich wie derjenige
für Bleiakkus. Die Hauptunterschiede des Li-Ion Chargers liegen
in der hohen Spannung pro Zelle, eng umrissener Spannungstoleranz,
und dem Fehlen von Dauerlademöglichkeiten nach Erreichen der
vollen Ladung.
Während der Bleiakku-Lader eine gewisse Flexibilität
bei der oberen Spannungsbegrenzung erlaubt, verlangen die
Hersteller von Li-Ion Zellen eine genaue Spannungseinstellung.
Bei den zuerst auf den Markt gebrachten Graphitsystemen betrug
die Spannungsgrenze 4.10 Volt pro Zelle. Obwohl eine Spannung
über 4.10 Volts die Energiedichte steigern würde, war die
Zelle wegen der Oxidation viel weniger lange haltbar. Dieser
Effekt konnte inzwischen durch die Verwendung chemischer Additive
weitgehend aufgehoben werden und die meisten neuen Li-Ion
Zellen sind heute auf 4.20V eingestellt. Die enggefaßte Toleranzspanne
bei allen Li-Ion Akkus beträgt dennoch nur +/- 0.05 Volt pro
Zelle.
Bei einem Ladestrom von 1C beträgt die Ladedzeit
von Li-Ion Akkus ungefähr 3 Stunden. Während des Ladevorganges
bleibt der Akku kühl. Er ist vollgeladen wenn die Spannung
den oberen Grenzwert erreicht und der Strom sich auf zirka
3% der Nominalwerte bzw. auf 0.03C verringert.
Ein erhöhter Ladestrom verkürzt die Aufladezeit nicht sonderlich.
Obwohl die Spannungsspitze mittels höherem Strom schneller
erreicht wird, dauert es länger für den ‚Topping Charge’.
Abbildung 3 zeigt die Spannung und den Stromverlauf eines
typischen Ladegerätes auf, während die Li-Ion Zelle das erste
und zweite Aufladestadium durchläuft.
Abbildung 3:
Ladeabschnitte eines Li-Ion Akkus
Wird der Anspruch erhoben, daß die Schnelladung
eines Li-Ion-Akkus innerhalb einer Stunde abgeschlossen sein
soll, geht dies gewöhnlich zu Lasten der Aufladung. Ein derartiges
Ladegerät übergeht einfach die Stufe 2 und schaltet direkt
in die ‘Fertig’ Stufe, sobald die Spannung am Ende der ersten
Stufe erreicht ist. Der Aufladebereich beträgt an dieser Stufe
ungefähr 70%. Die ,Topping Charge’ dauert typischerweise doppelt
so lange wie die Anfangsladung in Stufe 1.
Eine Dauerladung kann nicht angewandt werden,
da die Li-Ion keine Überladung verträgt. Eine Dauerladung
kann dazu führern, dass sich Lithiummetalle
auf den Elektroden ablagert, eine Kondition, die zur Instabilität
führt. Statt dessen erfolgt eine kurze Spitzenladung, um den
geringen Stromverlusten, die durch die Selbstentladung und
den Bedarf des Schutzschaltkreises auftreten, auszugleichen.
Eine Nachladung sollte alle 500 Stunden oder
nach 20 Tage erfolgen. Typischerweise erfolgt die Nachladung
automatisch durch den Charger, sobald die Spannung unter 4.05
Volt/Zelle abgesunken ist.
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