Welches ist der beste Akkupack für das digitale Handy?
Ein Verkaufsberater von Handys und Funkgeräten wird dem Kunden
vielleicht raten, Akkus mit der höchstmöglichen Leistungsstufe
zu wählen und die NiCd wegen des ‘Memory’ Problems
abzulehnen. Der Kunde könnte sich für die schlank geformte
NiMH entscheiden, denn sie bietet eine relativ hohe Kapazität
in einem handlich kleinen Pack und einigermaßen günstigem
Preis.
Was auf den ersten Blick wie eine gut getroffene Wahl aussieht,
stellt sich jedoch nach folgenden Analysen als fragwürdig
heraus, so daß andere Chemievarianten möglicherweise eine
bessere Wahl geboten hätten. Vom Gesichtspunkt der Leistung
her bietet die NiMH gute Werte, jedoch läßt die Leistung aufgrund
abfallender Kapazität und steigendem Innenwiderstand nach
zirka 300 Zyklen nach. Im Vergleich dazu kann die NiCd mit
über 1000 Zyklen beansprucht werden und deren Widerstand bleibt
dennoch verhältnismäßig gering. Es sollte jedoch erwähnt werden,
daß die NiCd vergleichsweise zur NiMH ungefähr 30% weniger
Leistung bietet.
Die NiMH und NiCd gelten als wartungsintensive Akkus, welche
regelmäßig zyklisch entladen werden müssen, um Memory-Verluste
zu vermeiden. Obgleich der NiMH ursprünglich als frei von
Memory angepriesen wurde, wird er durch Memory
beinahe genauso beeinflußt wie der NiCd. Die kristallinen
Formationen, welche den Leistungsverlust verursachen, werden
durch die Nickelplatte erzeugt, einem Metall, das sich in
beiden Chemievarianten wiederfindet. Aufgrund seiner kürzeren
Zyklus-Lebensdauer im Vergleich zum NiCd erscheint der Memory-Speicherverlust
nicht so offensichtlich bei der NiMH.
Memory läßt sich jedoch bei den auf Nickel basierenden
Akkus durch ein vollständiges Entladen einmal im Monat kontrollieren.
Es ist nicht zu empfehlen, den Akku vor jeder Aufladung ganz
zu entladen, da dies das Pack unnötig beansprucht und die
Lebensdauer verkürzen würde. Gleichfalls ist es nicht ratsam,
die Akkus über längere Zeit im Aufladegerät zu belassen. Wenn
er nicht benutzt wird, sollte ein Akku normal gelagert und
erst vor Gebrauch geladen werden.
Ist der Li-Ion-Akku die bessere Wahl? Durchaus ja - in vielen
Fällen. Der Li-Ion ist ein weniger wartungsbedürftiger Akku,
der eine gute Kapazität bietet, leicht an Gewicht ist, und
nicht periodisch aufgeladen werden muß. Der Li-Ion benötigt
kein periodisch ansetzendes Entladen, da er nicht von Memory
beeinflußt wird. Kein “trickle charge” ist erforderlich, sobald
der Akku die volle Ladung erreicht hat. Der Akku kann so lange
im Ladegerät verbleiben, bis er benutzt wird.
Es muß jedoch angemerkt werden, daß der Li-Ion als Teilvorgang
einer fortschreitenden Alterung allmählich ihre Wiederaufladefähigkeit
verliert, selbst dann wenn er nicht benutzt wird. Aus diesem
Grunde sollten Li-Ion Akkus nicht über längere Zeit gelagert
werden, sondern müssen, ähnlich verderblichen Produkten, laufend
umgesetzt werden. Beim Kauf des Ersatzakkus sollte der Käufer
besonders auf das Herstellungsdatum achten. Leider ist diese
Information oft in Form einer Seriennummer verschlüsselt und
so dem Verbraucher unzugänglich.
Verglichen mit andern verfügbaren Akkusystemen ist der Li-Ion
der teuerste Akku. Doch es ist dennoch gut geeignet für Leute,
die das Handy täglich benutzen. Bis zu 1000 Lade-/Entladezyklen
lassen sich innerhalb der voraussichtlichen Lebensdauer von
zwei Jahren anwenden. Wegen des Alterungseffektes bietet der
Li-Ion-Akku jedoch keine besonders wirtschaftliche Lösung
für den gelegentlichen Benutzer.
In Bild 3 untersuchen wir die Beziehung zwischen Energiedichte
(Kapazität) und dem Innenwiderstand bei NiCd, NiMH und Li-Ion
Systemen. Um die Langlebigkeit anzusprechen, fügen wir den
‘besten Zyklusablauf’ für jede Chemieart informativ bei. Es
sollte angemerkt werden, daß periodisches Durchlaufen von
Entladezyklen erforderlich bleibt, um den vorausbestimmten
Lebensdauerzyklus der NiCd und NiMH Akkus zu gewährleisten.
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Nickel-Cadmium
(NiCd) |
Nickel-Metall-
Hydrid (NiMH) |
Lithium-Ion
(Li-Ion) |
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| Energiedichte (Wh/kg) |
45-80 |
60-120 |
110-160 |
| Innenwiderstand (mW) |
100-2001 |
200-3001 |
150-2501 |
| Selbstentladung pro
Monat |
20%2 |
30%2 |
10%2 |
| Beste Zykluslebensdauer |
15003 |
300-5004 |
500-10004 oder 2-3 Jahre |
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Bild 3:
Charakteristiken der NiCd, NiMH und Li-Ion Akkus in bezug
auf Energieverdichtung, Innenwiderstand, Selbstentladung und
Zyklus-Lebensdauer
- Der Innenwiderstand eines Akkus variiert mit den Zellenwerten
und der Anzahl von in Serie verbundenen Zellen
- Die Entladung ist innerhalb der ersten 24 Stunden am höchsten
und fällt dann ab. Die Selbstentladung steigt bei erhöhter
Temperatur.
- Der Lebenszyklus eines Akkus hängt vom Gebrauch und den
regelmäßigen Wartungsvorkehrungen (Service) ab. Das Ausbleiben
von periodisch durchgeführenten völligen Entladungszyklen
kann die zyklische Lebensdauer um den Faktor drei verkürzen.
- Die zyklische Lebensdauer beruht auf der Tiefe der Entladung.
Flach verlaufende Entladungen ergeben mehr Zyklen als Tiefentladungen.
Auch wenn der generelle Energiebedarf eines digitalen Handys
geringer ist als der des analog betriebenen, muß der Akku
für ein digitales Telefon in der Lage sein, hohe Stromstöße
zu liefern, die oft ein Vielfaches des Eigenwerts betragen.
Betrachten wir die Belastungen eines digitalen Handys in
C-Einheiten. Wenn ein 500mAh-Akku mit 1C entladen wird so
fliesst ein Strom von 500mA. Dementsprechend fliessen 1000mA
wenn mit 2C entladen wird. Ein GSM Handy das mit einem 500mAh
Akku betrieben ist und 3C Impulse entzieht, belastet die Zellen
mit 1.5A.
Ein 3C Wert der jeweiligen Entladung ist durchaus akzeptierbar
bei einem Akku mit niedrigem Innenwiderstand. Dennoch stellen
alternde Li-Ion und NiMH ein Problem dar, weil sich der Ri
dieser Akkus mit zunehmendem Alter und mehr Zyklen erhöhen.
Verwendet man größere Akkus erhält man eine höhere Kapazität,
auch bekannt als “Extended Pack”. Obwohl entsprechend größer
und schwerer, bieteten erweiterte Packs jedoch eine typische
Kapazität von ungefähr 1000mAh - nahezu doppelt so hoch wie
bei den Standardausführungen. Ausgedrückt als C-Wert wird
die 3C Entladelast auf 1.5C reduziert, wenn ein 1000mAh statt
einen 500mAh Akku eingesetzt wird.
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